Kreisverband Krefeld

 

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© 02.07.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Geschlechtergerechtigkeit

Die wesentlichen Rahmenbedingungen für eine geschlechtergerechte Gesellschaft können nur auf Bundes- Landesebene geschaffen werden. Daran arbeiten wir Grüne beharrlich seit Gründung unserer Partei. Das Ziel ist noch lange nicht erreicht, denn noch immer werden Frauen für gleichwertige Arbeit geringer entlohnt und ihre beruflichen Aufstiegschancen sind meist schlechter als die ihrer männlichen Kollegen. Es sind hauptsächlich Frauen, die ihren Beruf für Erziehungs- und Pflegeaufgaben zurückstellen. Echte Gleichstellung bedeutet aber gleiche Teilhabe von Männern und Frauen an beruflicher und unbezahlter gesellschaftlicher Arbeit. Auf kommunaler Ebene wollen wir die Berufschancen von Frauen verbessern, Unterstützungs- und Beratungsangebote für sie ausbauen und ihre kommunalen Mitwirkungsrechte stärken.

 

Berufschancen verbessern

Die beruflichen Laufbahnen von Frauen sind geprägt durch Familienphasen, Teilzeitbeschäftigungen, geringfügige Beschäftigungen und versteckte Arbeitslosigkeit nach der Familienphase. Diese Lücken in ihrer versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit wirken sich negativ auf die Höhe ihrer Renten aus; deutlich mehr Frauen als Männer sind von Altersarmut betroffen. Deshalb muss Beratung und Aufklärung so früh wie möglich einsetzen. Den Mädchen sollte das Blickfeld für die Vielzahl der Berufsbilder, auch abseits von frauentypischen, meist schlecht bezahlten Berufen eröffnet werden; dazu leistet der Boys and Girls Day bereits einen guten Beitrag. Fundierte Berufsberatung mit praktischen Orientierungsmöglichkeiten für alle und besondere Förderungs- und Ausbildungsmaßnahmen für Migrantinnen und Mädchen ohne Schulabschluss müssen verstärkt werden. Um die Perspektiven für Berufsrückkehrerinnen zu verbessern, sind bedarfsorientierte Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme von größter Wichtigkeit.

Die Stadtverwaltung und die städtischen Unternehmen sollten beispielgebend mit Frauenförderplänen aktiv die Karriereplanung von Frauen unterstützen.

 

Vereinbarkeit von Beruf und Kinder

Kinderbetreuungsmöglichkeiten spielen für die Familienplanung unserer heutigen Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle. Ein Mangel an Kita-Plätzen ist oft die Ursache dafür, dass sich berufsorientierte Frauen gegen ein Leben mit Kindern entscheiden. Deshalb kommt dem Ausbau von Ganztagsbetreuung in Kindertagesstätten und Schulen einen zentrale Bedeutung zu.

Wir sehen aber nicht nur die öffentliche Hand in der Pflicht, es Frauen zu ermöglichen, Beruf und Kinder miteinander zu vereinbaren. Wir wollen auch Betriebe dazu auffordern, durch flexible Arbeitszeiten oder firmeneigene Kitas familienfreundlicher zu werden.

Alleinerziehende Frauen, die wegen ihrer Erziehungsarbeit einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, sind oft auf Unterstützung zum Lebensunterhalt angewiesen. Diesen Frauen muss ein umfassendes Beratungsangebot zur Seite stehen, damit sie und ihre Kinder in den Genuss aller zu Verfügung stehenden Hilfen und Unterstützungen kommen können (z.B. Bildungs- und Teilhabepaket).

 

Frauen nach vorn – Gesellschaftliche Teilhabe voranbringen

Eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in unserer Gesellschaft ist letztlich nur dann möglich, wenn sie selbst ihre Interessen vertreten. Sie müssen dort mitreden, wo Entscheidungen fallen. Jedoch sind Frauen nach wie vor im Rat, in den Bezirksvertretungen und anderen Gremien, in der Verwaltungsspitze und vor allem in Aufsichtsräten stark unterrepräsentiert. Wir Grüne wollen, dass sich das endlich ändert, damit Frauen die Teilhabe wahrnehmen, die ihnen entsprechend ihres Anteils an der Krefelder Bevölkerung zusteht. Deshalb fordern wir eine Quotierung in den Aufsichtsräten und den Führungspositionen der Stadtverwaltung.

Bei der Aufstellung des städtischen Haushalts spielt Geschlechtergerechtigkeit bislang noch keine Rolle. Um Ungerechtigkeiten transparenter und Handlungsbedarf im Hinblick auf geschlechtergerechte Mittelverteilung oder Einsparungen zu erkennen, halten wir Gender Budgeting für wichtig.

 

Frauen stärken

Frauen haben andere Lebensbedingungen als Männer, müssen oft Doppelbelastungen und daraus entstehende Krisen bewältigen. Sie benötigen daher auf sie zugeschnittene Unterstützungs- und Beratungsangebote, die ihnen nicht nur in Notlagen helfen. Hier leisten verschiedene freie Träger (wie im Bereich der Schwangerschaftskonfliktberatung) unverzichtbare Arbeit, weshalb sie nicht dem Spardiktat geopfert werden dürfen.

Als eine kommunale Verpflichtung betrachten wir gleichfalls, Frauen und Mädchen vor Gewalt in jeglicher Form zu schützen. Deshalb ist für uns der Erhalt von Frauenberatungsstellen und Frauenhaus unerlässlich.

Notwendige Verbesserungen sehen wir im Bereich des Beratungs- und Hilfsangebots für Migrantinnen, deren soziale und rechtliche Situation besonders schwierig ist (familiäre Gewalt, Zwangsheirat).

Bei dem kontrovers diskutierten Thema der (Straßen)Prostitution wollen wir eine offene Diskussion führen, die nicht zuletzt die Gesundheit und Sicherheit der betroffenen Frauen im Blick hat. So sehr wir die Stigmatisierung der Prostituierten ablehnen, so vehement treten wir für den Kampf gegen Zwangsprostitution und Frauenhandel ein.

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld