Kreisverband Krefeld

 

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© 16.04.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Kultur

KULTURerLEBEN - auch in Zeiten von Sparhaushalten

Kultur zu ermöglichen, ist weit aus mehr als eine „freiwillige Leistung“, sondern eine Notwendigkeit, will man den Menschen eine geistige Heimat geben. Neben der identitätsstiftenden Wirkung ist das kulturelle Leben auch ein Zeugnis von Vitalität und gesellschaftlicher Atmosphäre.

In den letzten zehn Jahren musste die Kultur in Krefeld bedingt durch Haushaltssicherungskonzept und Nothaushalt schmerzhafte Einsparungen hinnehmen. Um nicht unabsehbare, möglicherweise verheerende Auswirkungen in anderen Bereichen der städtischen Entwicklung auszulösen, lehnen wir generelle Kürzungen insbesondere bei den freien Kulturträgern ab. Struktur gefährdende Kürzungen sind immer auch ein fatales Signal an diejenigen, die seit langem mit ihrem ehrenamtlichen und finanziellen Engagement einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt des kulturellen Lebens leisten. Gerade in Zeiten des Nothaushaltes ist die Stadt angewiesen auf die Mithilfe und Unterstützung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Es gilt, die von vielen Einzelnen getragenen Gemeinwohlaktivitäten sowie das kreative Potential in unserer Bürgerschaft wertzuschätzen, ihnen Entwicklungsmöglichkeit und Foren zu bieten.

 

Kulturelle Bildung

Kultur in ihren vielen Facetten erleben zu können, ist auch ein Garant für Bildung. Projekte wie „Kulturrucksack“, „Kulturagenten“, „Kultur und Schule“ sowie weitere von Bund und Land geförderte Programme haben alle das gleich Ziel: die kulturelle Bildung und damit nicht zuletzt die Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder zu fördern. Die Begegnung mit Künsten inspiriert sie, ihre Talente und Begabungen zu entdecken, und gibt ihnen neue Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die Voraussetzungen für unsere Kinder, vielfältige Kulturerfahrungen zu

machen, sind in unserer Stadt dank der vielen Kultureinrichtungen, -initiativen und

-akteure überaus günstig. Dies sollte so bleiben.

 

Erhalt der freien Szene

Noch immer verfügt unsere Stadt über ein erfreulich vielfältiges Kulturangebot, das neben den städtischen Kultureinrichtungen von Vereinen und Initiativen getragen wird – trotz erheblicher Reduzierung der städtischen Förderungen in den vergangen Jahren. Weitere Mittelkürzungen werden für viele freie Träger das endgültige Aus bedeuten. Wir wollen unter allen Umständen ein Absterben der Freien Szene verhindern, denn es geht nicht nur darum, das Spektrum des Krefelder Kulturlebens zu erhalten, sondern es muss auch ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass Engagement und ehrenamtlicher Einsatz geschätzt, Kreativität und künstlerische Auseinandersetzung in dieser Stadt erwünscht sind.

Die Kultur in einer Stadt ist auch immer ein Spiegel der Gesellschaft; deshalb sind uns Impulse aus der Bürgerschaft und Eigeninitiativen wichtig und sollen gefördert werden.

 

Städtische Kultureinrichtungen

Mit fünf Museen (Haus Lange, Haus Esters, Kaiser Wilhelm Museum, Deutsches Textilmuseum und Historisches Museum mit der Burganlage in Linn), Mediothek, Musikschule, Zoo, NS-Dokumentationszentrum, Kinder- und Jugendtheater Kresch, dem Gemeinschaftstheater Krefeld-Mönchengladbach sowie dem neuen Literaturhaus stellt Krefeld zusammen mit den vielen freien Veranstaltern ein attraktives kulturelles Zentrum am Niederrhein dar. Viele dieser Kultureinrichtungen ziehen Besucher weit über die Region hinaus an. Dieses kulturelle Kapital in seiner Gesamtheit wollen wir auch in schwierigen Zeiten erhalten.

Nachdem in den letzten Jahren längst überfällige Investitionen bei städtischen Kultureinrichtungen getätigt wurden – angefangen beim Neubau der Mediothek über die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums bis hin zum Ausbau der Musikschule – sollte trotz Sparnotwendigkeit nicht die Betriebsfähigkeit der mit viel Geld sanierten Institute eingeschränkt werden.

Um das Kaiser Wilhelm Museum nach der langen Schließungsphase wieder in das Bewusstsein der Krefelder zurück zu holen, sollte mit vereinten Kräften (gemeinsam mit Kulturfördervereinen und -initiativen) an einem nachhaltigen Werbekonzept gearbeitet werden, mit dessen Umsetzung noch vor der Wiedereröffnung begonnen werden muss. Zusammen mit attraktiven Angeboten wie z.B. günstigen Jahreskarten oder einem eintrittsfreien Nachmittag pro Monat könnte das KWM wieder zum „Wohnzimmer“ der Krefelder werden.

Für uns besteht kein Zweifel, dass ein zentrales Lager für die umfangreichen Sammlungsbestände aller unserer Museen absolut notwendig ist. In Anbetracht der Tatsache, dass die Sammlungen weiter anwachsen werden, müssen wir über eine angemessene, aber auch kostengünstige Lösung für ein Gesamtdepots weiter nachdenken.

Den hohen Ausleihzahlen der Mediothek von über 1 Mio Medien pro Jahr muss durch einen adäquaten Ankaufsetat Rechnung getragen werden. Die Wiedereröffnung der Uerdinger Bibliothek und die Versorgung der übrigen Stadtteile mit einem Bücherbus bleibt für uns wünschenswert.

 

Krefelder Kulturleben sichtbar machen

Um das ambitionierte Krefelder Kulturleben den interessierten BürgerInnen Tag für Tag nahe zu bringen, ist die Internetplattform „Kunst in Krefeld“, die künftig alle kulturellen Aktivitäten zu einem digitalen Veranstaltungskalender zusammenführt, das optimale Medium. Es muss im Interesse aller Kulturakteure, Rezipienten und nicht zuletzt der Stadt liegen, dieses Netzwerk zu unterstützen. Ein zentraler Ticketverkauf zumindest für das städtische Kulturangebot wäre sinnvoll.

 

Öffnen des kulturellen Lebens für alle

Noch immer werden die kulturellen Angebote nur von einem geringen Bruchteil der Bevölkerung (5 -10%) wahrgenommen, bzw. regelmäßig genutzt. Wir sind der Ansicht, dass offensichtlich bestehende Barrieren verringert werden müssen, um das kommunale Kulturprogramm für alle Bevölkerungskreise zugänglicher zu machen. Dazu gehören nicht nur ein möglichst breit gefächertes Kulturangebot, sondern auch gestaffelte Eintrittspreise, damit Menschen mit geringem Einkommen (Empfänger von ALG II und Hilfe zum Lebensunterhalt) die kulturelle Teilhabe nicht verwehrt wird.

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld