Kreisverband Krefeld

 

Bankverbindung - IBAN: DE80320500000000316380 Sparkasse Krefeld

 

 

 


Besucher: web counter

Login für Nutzer
Login

© 18.01.2018 Grüne KV Krefeld

Kommunalwahlprogramm 2014 - Wirtschaft

Krefeld hat sich in den letzten Jahren wirtschaftlich schwächer entwickelt als umliegende Kommunen und NRW insgesamt. Die Zahlen zeigen, dass Krefeld in zukunftsorientierten Bereichen noch zu wenig vertreten ist und so vom Erfolg der deutschen Wirtschaft trotz Finanz- und Schuldenkrise nicht genügend partizipieren konnte. Aktuelle Meldungen von weiteren Arbeitsplatzverlusten beispielsweise bei Voith Paper, Outukompu und ToshibaTec drohen die Situation in den nächsten Jahren noch zu verschärfen.

Es gibt positive Entwicklungen im Dienstleistungsbereich und erfreuliche Neuansiedlungen. Dennoch konnten bisher die dadurch entstandenen Jobs den Beschäftigungsrückgang in den Industrieunternehmen nicht kompensieren. Krefeld befindet sich in der Gefahr einer Abwärtsspirale: weniger Arbeitsplätze, geringere Steuereinnahmen, steigende Sozialkosten, fehlende kommunale Investitionen.

Die GRÜNEN wollen ein wirtschaftlich starkes Krefeld, das von den Wachstumsmöglichkeiten in Zukunftsbranchen profitiert und qualifizierte Arbeitsplätze in Krefeld schafft. Grüne sind aber nicht für Wachstum um jeden Preis. Denn die alte Wachstumsideologie und die damit verbundene Wirtschaftsweise zerstören die natürlichen Lebensgrundlagen. Das erfordert auch weiterhin eine grundlegende Umkehr

Die künftige globale Wirtschaftsweise muss emissionsarm sein, weniger Ressourcen verbrauchen und für eine gerechtere Verteilung der Güter sorgen. Unser Land, wie auch Krefeld, braucht eine Wirtschaft, die eine nachhaltige Vermehrung von Wohlstand und Lebensqualität für die Menschen erreicht.

 

Stärkung Krefelds als profilierter Innovations- und Gründerstandort

Wir möchten Krefeld zu einem starken und regional eng vernetzten Innovationsstandort mit aktiver Gründerszene und einem eigenen starken Profil machen, z.B. für die Wachstumsbereiche im erneuerbare Energie- und Umweltsektor oder bei Industrietextilien. Notwendig dafür ist eine enge Verzahnung zwischen den Unternehmen, der Hochschule Niederrhein, der Stadt, der kommunalen Wirtschaftsförderung sowie der Region und dem Land. Das wird erst mittelfristig wichtige Impulse bringen, muss aber jetzt angegangen werden, um Krefeld eine nachhaltige Wachstumsperspektive zu eröffnen. Cluster- und Netzwerkinitiativen wie „ExzellenzNRW“ oder Clusterprogramme auf Bundes- und EU Ebene wirken unterstützend und müssen mit der kommunalen Wirtschaftsförderung integriert werden. Ebenso gilt es, regionale Entwicklungskonzepte mit benachbarten Kommunen wie Willich, Mönchengladbach oder den Niederlanden zu intensivieren.

 

Neufokussierung der Wirtschaftsförderung auf Themen jenseits der Flächenvermarktung
Die kommunale Wirtschaftsförderung in Krefeld ist heute zu stark auf die Vermarktung von Gewerbeflächen fokussiert. Das wird nicht ausreichen, um genügend qualifizierte und zukunftsfähige Arbeitsplätze nach Krefeld zu holen. Erfolgreichere Städte setzen auf eine starke innovationsorientierte Wirtschaftsförderung, auf die Vernetzung der wirtschaftlichen Akteure in attraktiven Branchen- und Technologiefeldern, auf Gründungsförderung und auf Maßnahmen, um mehr Fachkräfte in die Stadt zu holen, die für viele attraktive Unternehmen ein wichtiges Standortkriterium sind. Krefeld hat hier Nachholbedarf.

Um Natur, Wohnen und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang bringen zu können, wollen wir für Krefeld ein effizientes Flächenmanagement, eine effektive Nutzung von Brachflächen und ausgewiesenen Industrieflächen, Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner, sparsamen Flächenverbrauch, optimale Flächenausnutzung, Vorrang für Innenentwicklung, Standortsicherung von Gewerbe und Industrie in Gemengelagen. Dazu ist die Etablierung eines strategischen Flächenmanagements zur nachhaltigen Bodenwirtschaft, Flächenbevorratung und Finanzierung von Flächenentwicklungen notwendig.

 

Profilierung Krefelds als Hochschul- und Forschungsstadt

Die Profilierung von Krefeld als Hochschulstadt kann einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Krefelds leisten. Dazu gehört eine noch stärkere Vernetzung der Hochschule Niederrhein sowie deren Einrichtungen mit den allgemein- und berufsbildenden Schulen und mit Krefelder Forschungseinrichtungen. Dadurch können wir das Umfeld für Unternehmensgründer verbessern und mehr nachgefragte Fachkräfte an Krefeld binden. Auch die kommunale Wirtschaftsförderung muss hier gezielte Beiträge leisten.

 

Energieeffizientes Krefeld 2020 – Kooperation mit dem Krefelder Handwerk

Die Energiewende als Chance für Krefeld zu nutzen, ist zentrales Anliegen grüner nachhaltiger Wirtschaftspolitik. Mit einer überparteilichen Initiative ‚ „Energieeffizientes Krefeld 2020“ wollen wir Grüne die Aktivitäten der verschiedenen Gruppen bündeln. Aufbauend auf der Initiative der Bundesregierung „Energieeffiziente Stadt“ wollen wir aus den Erfahrungen anderer Kommunen und begleitenden Forschungsergebnissen lernen und daraus ein ressourcenschonendes Krefeld gestalten. Damit fördern wir das lokale Handwerk, lokale Erzeuger erneuerbarer Energien und machen Krefeld zu einem Vorbild nachhaltiger Energiepolitik. Die SWK und die Hochschule Niederrhein können dabei auf Grund ihrer Erfahrung und Größe eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Umsetzung spielen.

 

Umwelt- und Nachhaltigkeitsberatung für Unternehmen

Die Bankenkrise, in der viele Milliarden Steuergelder für die Rettung maroder Banken ausgegeben werden mussten, die aktuelle Diskussion um die Klimaauswirkungen des CO2-Ausstoßes und die Endlichkeit natürlicher Ressourcen hat uns gezeigt, dass nicht alle wirtschaftlichen Entwicklungen per se unseren Wohlstand und die Lebensqualität fördern - manche Entwicklungen bedrohen sie sogar.

Dem erfolgreichen Beispiel vieler Kommunen folgend (z.B. die erfolgreiche Ökoprofit Initiative in vielen Kommunen Nordrhein-Westfalens) wollen wir in Kooperation mit dem lokalen Handwerk die Beratung und Unterstützung der Unternehmen bei Abfallvermeidung und Energieeffizienz verstärken. Gerade kleinere Unternehmen haben oft nicht die Expertise im Hause, um ihre Einsparungsmöglichkeiten auszuloten und umzusetzen. Wir können dadurch Unternehmen und die Umwelt entlasten, das lokale Handwerk fördern und nebenbei die Bindung der Unternehmen an die Stadt verbessern.

 

Ausweitung der Fördermittelakquise

Der Bund und das Land unterstützen mit vielfältigen Programmen kommunale Investitionen. Ein positives Beispiel ist der Stadtumbau West. Aber insgesamt ist die Stadt Krefeld im Vergleich zu Ruhrgebietsstädten zu zurückhaltend bei der Nutzung von Fördermitteln. Krefeld muss – gerade in Zeiten knapper Mittel und wirtschaftlicher Herausforderungen – mit mehr Nachdruck Fördermittel aus Land, Bund und der EU anwerben. Untersuchungen zeigen, dass vergleichbare Kommunen erhebliche Gelder akquirieren und zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft und des Handwerks einsetzen können. Hierzu zählen z.B. Investitionsprogramme für die energetische Sanierung.

 

Wiederbelebung traditioneller Krefelder Stärken - Ansiedlung internationaler Unternehmen

Krefeld hat als Textil- und Seidenstadt eine lange Tradition enger internationaler Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, die Krefeld zum Wohle der Stadt intensivieren kann. Die kürzliche Ansiedlung der Europazentrale eines chinesischen Unternehmens oder die enge Zusammenarbeit mit den Niederlanden z.B. in den Interreg-Projekten sind Beispiele für erfolgreiche Zusammenarbeit, die sich weiter ausbauen lassen. Dazu bedarf es eines noch stärkeren gemeinsamen Engagements von IHK, Wirtschaftsförderung, Stadt und Hochschule Niederrhein im Wirtschafts- aber auch Bildungs- und Kulturbereich.

 

Einführung eines Krefelder Index für Wohlstand und Lebensqualität

Die Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität“ des letzten Bundestages hat gemeinsam mit allen Parteien Leitlinien erarbeitet, wie wir besser messen, wie Wirtschaft zu Wohlstand beiträgt, ohne die natürlichen Lebengrundlagen zu zerstören, und damit unsere Lebensqualität erhöht. Wir wollen, dass auch Krefeld anfängt, nach diesen Leitlinien zu messen und einen Krefelder Index für Wohlstand und Lebensqualität einführen. Dieser Index muss in Zeiten knapper Kassen Leitlinie für kommunales Handeln, Investieren und die Förderung lokaler Wirtschaft zum besten Nutzen der Krefelderinnen und Krefelder sein.

 

Förderung gemeinwohlorientierten Wirtschaftens

Zwischen klassischer Gewinnorientierung und Non-Profit-Ausrichtung von Unternehmen existiert ein wachsender Bereich wirtschaftlicher Selbstorganisation, in dem Bürgerinnen und Bürger soziale und ökologische Ziele mit unternehmerischer Selbständigkeit verbinden. Genossenschaften und andere Rechtsformen der gemeinwohlorientierten Wirtschaft sind ein stabiles Standbein der nordrhein-westfälischen Wirtschaft zum Beispiel in der Landwirtschaft oder der Energieversorgung, das wir stärken wollen. In NRW existieren beispielsweise über 70 Energiegenossenschaften, die Bürgerinnen und Bürgern eine Plattform für ihr Engagement geschaffen und Investitionen ermöglicht haben. Trotzdem scheitert dieser Einsatz oft an bürokratischen Hürden und dem Fehlen ideeller und materieller Gründungsförderung. Wir wollen gemeinwohlorientierte Investitionen der Bürger genauso wie gewinnorientiertes Investieren fördern und unterstützen.

Daneben wollen wir in allen wirtschaftlichen Bereichen gemeinwohlorientierte Ansätze verstärken. Wir setzen uns dafür ein, dass Wirtschaftsförderung stärker an den Kriterien des Gemeinwohls ausgerichtet wird. Das bedeutet, dass Unternehmen, die nachweisbare Beiträge z.B. zur Beschäftigungssicherung, zur Ausbildung, zum Umweltschutz, zur Ressourceneinsparung, zur Partizipation der ArbeitnehmerInnen und anderen Gemeinwohlindikatoren leisten, so weit wie rechtlich möglich gefördert werden sollen, auch in der städtischen Vergabepolitik.

Zahlreiche Unternehmen informieren heute ihre Teilhaber und Kunden über den ökologischen Fußabdruck ihres wirtschaftlichen Handelns. Wir möchten dies unterstützen und zugleich anregen, einen Schritt weiter zu gehen. Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt bewusst sind, sollten neben ihrem herkömmlichen Jahresabschluss mit Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz eine Gemeinwohlbilanz erstellen, in der sie darstellen, wie sie als Unternehmen Werte wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz umsetzen. Die Krefelder GRÜNEN setzen sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung und städtische Unternehmen bei der Entwicklung von Gemeinwohlbilanzen mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Weitere interessante Links:

 

Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie
Werkhaus Krefeld